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Hotel-Traum droht zu zerplatzen
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Donnerstag, 07. März 2013

BBO: „Unsere Einschätzung des Projektes hat sich zu 100 Prozent bestätigt“

Finanzierung über Ventafonds gilt als gescheitert / Mueller-Zahlmann: „Das Projekt ist nicht tot“

VON JÖRG STUKE
Bad Oeynhausen. Schwerer Rückschlag für das Hotel-Projekt am Kurpark: Die Finanzierung über das Bremer Emissionshaus Ventafonds gilt offenbar als gescheitert. Das soll am Dienstag im nicht-öffentlichen Teil des Staatsbad-Ausschusses bekannt geworden sein, wie die Neue Westfälische aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr.

„Der Investor ist mit der Finanzierung nicht so weit, wie wir uns das gewünscht haben“, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann. „Das ist bedauerlich und ärgerlich. Aber damit ist das Hotelprojekt nicht tot“, so Mueller-Zahlmann. Zu den konkreten Schwierigkeiten bei Ventafonds wollte der Bürgermeister keine Angaben machen.

Wie die NW erfuhr, gibt es bei der Finanzierung des 16-Millionen-Projektes „Park-Hotel“ gleich zwei Probleme. Geplant war, dass 60 Prozent der Investitionssumme aus dem geschlossenen Immobilienfonds „Ventafonds“ kommen sollte. Die übrigen 40 Prozent sollten zwei Banken finanzieren. Und die haben nun nach Informationen der NW ihre Zusage zurückgezogen.

Darüber hinaus soll Ventafonds mit seinem geschäftsführenden Gesellschafter Oskar Edler von Schickh akute Zahlungsprobleme haben. So soll die Stadt von Ventafonds, die seit Juni 2012 Eigentümerin des Grundstücks am Kurpark ist, rund 90.000 Euro Grundsteuer eingefordert haben. Die aber habe Ventafonds nach Informationen der NW nicht zahlen können. Edler von Schickh war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.


Die Frage ist, wie es nun weitergehen soll. Denkbar ist, dass die Stadt das Grundstück, auf dem
KOMMENTAR

Zurück auf Start

JÖRG STUKE


Machen wir uns nichts vor: Die Finanzierung des Vier-Sterne-Park-Hotels am Kurpark durch Ventafonds ist Geschichte. Das heißt: Zurück auf Start. Die Stadt muss den Grundstücksverkauf rückgängig machen. Und dann auf die Suche nach neuen Investoren gehen.

Immerhin ist es kein Start bei Null. Zumindest, solange Manfred Brennfleck, der das Gebäude für 20 Jahre pachten und darin das Luxus-Hotel betreiben will, die Nase von Bad Oeynhausen nicht voll hat.

Solange wenigstens der Betreiber zur Stange hält, steckt noch ein Hauch Leben im Projekt. Allerdings wird Brennflecks Geduld nicht unendlich sein. Es heißt also für Bad Oeynhausen: Schnelles, entschlossenes Handeln ist gefragt.

Allerdings wird die Suche nach einem neuen Investor nicht leichter. Das Scheitern im ersten Versuch wird kaum als Empfehlung zu verkaufen sein. Und: Wird es der Stadt in Eigenregie wirklich leichter fallen, Geldgeber zu finden, als dem professionellen Fonds-Manager?

So steht das gesamte Projekt doch auf der Kippe. Ein Scheitern aber wäre wirklich bedauerlich. Denn ein luxuriöses Hotel würde der Stadt gut tun. Dafür wird uns der Anblick der Kurverwaltungs-Ruine dann womöglich noch lange erhalten bleiben.

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derzeit noch die alte Kurverwaltung des Staatsbades steht, von Ventafonds zurückkauft. Eine entsprechende Klausel zur Rück-Abwicklung des Immobiliengeschäftes soll Bestandteil des im Juni abgeschlossenen Kaufvertrages sein. Das bestätigte auch Bürgermeister Mueller-Zahlmann. Dann könnte sich die Stadt nach neuen Investoren umsehen.

Mueller-Zahlmann kann sich aber auch vorstellen, dass es mit Ventafonds weitergeht. „Ich schließe das nicht aus“, sagte der Bürgermeister.

„Es ist jammerschade, zu erfahren, dass der geplante Hotelbau als Prestigeprojekt des Staatsbades wiederholt ins Taumeln gerät“, erklärte der SPD-Fraktionschef Olaf Winkelmann dazu. „Die Versprechen des Investors haben große Erwartungen geschürt und hätten aus Sicht der Stadtentwicklung viele Vorteile gebracht.“ Werde tatsächlich nicht gebaut, müsse dringend die Rückabwicklung des Geschäfts zwischen Staatsbad und Investor geklärt werden, ohne dass die Stadt noch Geld dazu schieße, sagte Winkelmann. Ähnlich äußerte sich auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Kurt Nagel. „Wenn es so nicht weitergeht, müssen wir andere Investoren finden.“ Auch er bleibe aber zuversichtlich, dass das Hotel dennoch realisiert werden könne. „Das Aus ist es nicht. Wir haben nur ein Problem, das jetzt gelöst werden muss“, sagte Nagel.

Entscheidend ist dabei für Mueller-Zahlmann, dass der Betreiber, die von Manfred Brennfleck geführte Libertas Hotel-Verwaltungsgesellschaft, weiter zur Stange halte. Und das tut er: „Wir sind nach wie vor interessiert an dem Projekt, auch mit anderen Partnern“, sagte Brennfleck der NW. „Im Moment brennt uns da auch gar nichts an. Wenn sich bis Ende des Jahres aber nichts getan hat, muss man sicher grundsätzlich darüber nachdenken.“

Nicht ganz so optimistisch sieht Winkelmann die Möglichkeit, die Hotelpläne doch noch umzusetzen. „Angesichts der geplatzten Neubauträume sollte der Betriebsausschuss den Mut haben, einen Plan B zu entwerfen, was noch mit Grundstück und Kurverwaltungsruine im Herzen der Stadt passieren kann“, so der SPD-Chef. „Hotels scheinen eher nicht zu gehen, und Bettenkapazitäten entstehen zur Zeit an anderen Stellen der Stadt.“

© 2013 NEUE WESTFÄLISCHE - Bad Oeynhausener Kurier vom 07.03.2013