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Pressemeldungen - Westfalen-Blatt - A30-Nordzerschneidung PDF Drucken E-Mail
»Lärmschutz ist das Mindeste«
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Dienstag, 13. Dezember 2011
Reaktion auf Petition: Landtagsabgeordnete laden zum Ortstermin an die A 30-Nordumgehung

Von Sonja Gruhn
Bad Oeynhausen / Löhne (WB). Die Anlieger der Nordumgehung A 30 wollen ihre Ruhe - und zwar auf beiden Seiten der Trasse, die zu einem Teil auf der Grenze zwischen Werste und Mennighüffen verläuft. Deshalb ist nun eine weitere Petition für verbesserten Lärmschutz an den Petitionsausschuss des Landtages gesandt worden.

Gefordert wird in der Petition von betroffenen Bürgern und den Städten ein lückenloser, beiderseitiger aktiver Lärmschutz in dem betreffenden Bereich der Autobahntrasse insbesondere durch Lärmschutzwälle. Die Reaktion darauf war gestern ein Ortstermin am A 30-Brückenbauwerk Kreuzung Werster Straße / Brückenstraße mit den SPD-Landtagsabgeordneten Angela Lück und Inge Howe, die auch stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses des Landes Nordrhein-Westfalen ist. Sie hatten unter anderem die Bürgermeister beider Städte sowie Anlieger und Interessengemeinschaften eingeladen, um über den Sachstand der Petition zu informieren.


Dr. Reinhold Möhlmann (Bürgerinitiative Schallschutz A 30) aus Bad Oeynhausen sowie Eckhard Grummert und Klaus Rasche von der Notgemeinschaft Bad Oeynhausen zeigten anhand des abfotografierten Modells der Nordumgehung und einer Landkarte auf, wo Verbesserungsbedarf besteht. In der Petition wird darauf verwiesen, dass die im Bau befindliche Autobahn in einem großen Bogen durch Löhne und im Norden Bad Oeynhausens entlang vieler Wohngebiete verläuft und dort entsprechend die Anwohner durch den Lärm stark beeinträchtigt werden, wenn die Strecke in Betrieb ist. Im Bereich des Bad Oeynhausener Ortsteils Werste und in Löhne sei kaum Lärmschutz vorgesehen. Direkt angrenzend liegt an der Ostseite der Autobahn ein kleines Gewerbegebiet, direkt dahinter beginnen große zusammenhängende Wohngebiete bis zum Ortskern Werste. In dem Bereich, der zum Bauabschnitt 3 gehört, an dem die Arbeiten noch nicht begonnen haben, wohnten mehrere tausend Menschen noch im Einflussbereich der Trasse. Da die A 30 westlich von diesen Wohngebieten auf einem Damm geführt werden soll und in der hiesigen Gegend zum großen Teil Westwetterlagen herrschten, verbreite sich der Schall ungehindert aufgrund der Höhenlage über den gesamten Ortsteil Werste.

»Die eine Wand, die bisher genehmigt ist, steht auf der falschen Seite«, sagte Eckhard Grummert. Besonderer Augenmerk sei auf aktiven Lärmschutz durch Wälle und Wände zu legen, passiver Schutz betreffe nur die Häuser. Dabei seien die Anwohner, die Balkon oder Garten nutzten, dem Lärm trotzdem ausgesetzt. »Wir haben die A 30 hier nie gewollt, müssen sie aber hinnehmen. Dass wir wenigstens Lärmschutz bekommen, ist nicht zuviel verlangt«, fügte Grummert hinzu. Etwa 3000 unmittelbare Anlieger seien in dem Bereich vom Löhner Kreuz bis zur Bergkirchener Straße hin betroffen. »Die Lebens- und Wohnqualität wird durch zu wenig eingeplanten Lärmschutz deutlich beeinflusst. Alles, was machbar ist, muss passieren«, betonte Angela Lück. »Der Lärmschutz muss durchgehend sein und über die Brücke gehen«, forderte auch Heinz-Dieter Held, Bürgermeister der Stadt Löhne. »Wenn uns die Straße schon aufgedrückt wird, müssen zumindest die Menschen geschützt werden«, betonte Held. Sein Bad Oeynhausener Amtskollege Klaus Mueller-Zahlmann war nicht zum Ortstermin erschienen.

»Das Verfahren wird drei bis vier Monate dauern«, teilte Inge Howe mit. Zunächst werde das NRW-Verkehrsministerium Stellungnahmen vom Landesbetrieb Straßen NRW und den Stadtverwaltungen einholen, die ausgewertet werden müssen. Danach gehe eine Beschlussvorlage an den Petitionsausschuss, der darüber entscheide, ob weitere Gespräche notwendig sind. »Ich unterstütze die Forderungen und garantiere dass ich versuche, alles was möglich ist, zu tun«, sagte Inge Howe. Grummert und Held werteten dies als »klare Aussage«. Howe wies aber auch darauf hin, dass es nicht nur eine Frage des Wollens sei, sondern es auch Anforderungen gebe und Fläche benötigt werde. Klaus Rasche regte an, die geplanten Überflughilfen für Fledermäuse in die Berechnungen einzubeziehen.


© 2011 WESTFALEN-BLATT - Bad Oeynhausener Anzeiger und Tageblatt vom 13.12.2011