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»Sanierungsprozess der Kliniken ist beendet«
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Donnerstag, 07. Februar 2013
Landrat Dr. Ralf Niermann verteidigt den Bau des Johannes-Wesling-Klinikums

Von Christian Busse
Lübbecke (WB). Landrat Dr. Ralf Niermann hat auf dem Neujahrsempfang der Mühlenkreiskliniken den Sanierungsprozess des Klinikkonzerns als »erfolgreich beendet« bezeichnet. 2008 hatte der kommunale Klinikverbund ein Defizit von 30 Millionen Euro erwirtschaftet. Für 2011 verkündete der Vorstand einen Gewinn in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Auch für 2012 erwartet der Vorsitzende Dr. Matthias Bracht einen Gewinn.

Die Festrede zum Neujahrsempfang hat in diesem Jahr der Landrat und Vorsitzende des Verwaltungsrates Dr. Ralf Niermann gehalten. In seiner Rede blickte er auf die vergangenen 13 Jahre seit der Gründung der Mühlenkreiskliniken als Anstalt des öffentlichen Rechts zurück. Er bezeichnete sie »trotz Rückschlägen als Erfolgsgeschichte«. Man habe vor 13 Jahren nicht überlebensfähige Standorte kommunaler Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft gehabt, die sich höherer Wirtschaftlichkeitsanforderungen hätten stellen müssen. In Minden sei die Klinik sogar auf zwei Standorte aufgeteilt gewesen. »Erinnern Sie sich noch, wie viele Patienten für Untersuchungen hin und her gefahren werden mussten?«, fragte Niermann. Die Verantwortlichen hätten damals mutige, zum Teil sogar sehr mutige Entscheidungen getroffen. »Die mutigste war sicherlich die Entscheidung, das Johannes-Wesling-Klinikum zu bauen«, sagte Niermann. Und auch diese Entscheidung sei für die medizinische Versorgung der Menschen richtig gewesen.

Dass der Bau des neuen Klinikums vorerst nicht zu der erwarteten Wirtschaftlichkeitssteigerung beigetragen hat, ließ Niermann nicht unerwähnt. Als der immense Verlust 2008 in Höhe von 30 Millionen Euro sichtbar wurde, habe er sich manchmal »allein und einsam als eine Art Ersatz-Geschäftsführer gefühlt«. »Der Sanierungsprozess war unausweichlich, sagte Niermann. Dabei sei ihm klar, dass alle Mitarbeiter davon mit voller Wucht erwischt wurden. »Die Anforderungen an die Mitarbeiter waren vorher schon hart und sie sind noch härter geworden. Dessen sind wir uns alle bewusst. Aber ich bin überzeugt davon, dass die Sanierung unausweichlich war.« Diesen Prozess hätten andere Krankenhäuser noch vor sich. »Wir Politiker waren uns im Mühlenkreis immer einig: Die stationäre medizinische Versorgung der Menschen im Mühlenkreis ist eine öffentliche Aufgabe. Weglaufen, so wie es andere Kommunen in schwierigen Situationen gemacht haben, kam für uns nicht in Frage.« Niermann ging in seiner Rede nicht auf die umstrittenen Prämienzahlungen an den Kreisbaudezernenten Jürgen Striet ein.

Er hatte zusätzlich zu seinem Gehalt ihm Zuge des Johannes-Wesling-Baus 35 000 Euro erhalten und eine monatliche Aufwandsentschädigung in Höhe von 700 Euro. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Matthias Bracht bedankte sich bei allen Mitarbeitern für die geleistete Arbeit. Er bot der Mitarbeitervertretung einen offenen Dialog an: »Wir sind bereit, um die richtigen Wege zu streiten. Mit dem einen oder anderen Flugblatt von Verdi hab ich meine Probleme. Da steht viel Schlaues drauf und wenn man denkt, jetzt kommt eine Lösung, dann kommt nur noch eine Beitrittserklärung«, sagte Bracht in Richtung der Verdi-Vertreter, die vor dem Klinikum Flugzettel an alle Gäste und Mitarbeiter verteilt hatten auf dem sie die Arbeitsverdichtung beklagten. Bracht verlangte vom Gesetzgeber mehr Geld. »Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben geht auseinander. Die Produktivitätsreserven sind allerdings endlich«, sagte Bracht.

Klar bekannte sich Bracht zum Auftrag der MKK: »Wir stellen die medizinische Versorgung der Menschen im Mühlenkreis sicher. Nicht alles, was der Bilanz nützen mag, ist auch für die Bevölkerung sinnvoll. Was hätte der Rahdener davon, wenn wir dort eine Spezialklinik für Krampfadern einrichten würden. Das wäre für die Bilanz gut, für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sicherlich nicht«.

© 2013 WESTFALEN-BLATT - Bad Oeynhausener Anzeiger und Tageblatt vom 07.02.2013